Kollision

In der Verordnung über die Sicherung in VOSicherung der Seefahrt sind die Pflichten eines Schiffsführers im Falle einer
Kollision festgelegt.

 

(1) Der Schiffsführer oder sonst für die Sicherheit
Verantwortliche eines auf See befindlichen und zur Hilfeleistung fähigen
Schiffes, dem gemeldet wird, dass sich Menschen in Seenot befinden, hat ihnen
mit größter Geschwindigkeit zu Hilfe zu eilen und ihnen oder dem betreffenden
Such- und Rettungsdienst nach Möglichkeit hiervon Kenntnis zu geben. Den
Anordnungen der Stellen, die sich gegenüber dem Schiffsführer oder sonst für die
Sicherheit Verantwortlichen als die mit der Koordinierung der Suche und Rettung
in Seenotfällen nach Kapitel II der Anlage zum Internationalen Übereinkommen
über den Such- und Rettungsdienst auf See vom 6. November 1979 (BGBl. 1982 II S.
485) beauftragten Organisationen zu erkennen geben, ist Folge zu leisten.

(2) Ist das Schiff, das die Seenotalarmierung erhält, zur
Hilfeleistung außer Stande oder hält sein Schiffsführer oder sonst für die
Sicherheit Verantwortliche diese aufgrund besonderer Umstände für unzumutbar
oder unnötig, so muss er unverzüglich den Grund für die Unterlassung der
Hilfeleistung in das Schiffstagebuch eintragen und den betreffenden Such- und
Rettungsdienst unterrichten.

(3) Der Schiffsführer oder sonst für die Sicherheit
Verantwortliche eines in Seenot befindlichen Schiffes oder der zuständige
Rettungsdienst ist, nachdem er sich möglichst mit den Schiffsführern oder sonst
für die Sicherheit Verantwortlichen der Schiffe beraten hat, die auf die
Seenotalarmierung geantwortet haben, berechtigt, eines oder mehrere der Schiffe
anzufordern, die der Schiffsführer oder sonst für die Sicherheit Verantwortliche
des in Seenot befindlichen Schiffes oder der Such- und Rettungsdienste für eine
Hilfeleistung am geeignetsten hält. Der Schiffsführer oder sonst für die
Sicherheit Verantwortliche des angeforderten Schiffes ist oder die Schiffsführer
oder sonst für die Sicherheit Verantwortlichen der angeforderten Schiffe sind
verpflichtet, der Anforderung nachzukommen, indem sie weiterhin mit größter
Geschwindigkeit den in Seenot befindlichen Personen zu Hilfe eilen.

(4) Schiffsführer oder sonst für die Sicherheit Verantwortliche
sind vorbehaltlich des Absatzes 5 von der Verpflichtung nach Absatz 1 entbunden,
sobald sie erfahren, dass ihre Schiffe nicht angefordert worden sind oder dass
ein oder mehrere andere Schiffe angefordert worden sind und dieser Anforderung
nachkommen. Die Nichtanforderung eines Schiffes muss nach Möglichkeit den
anderen angeforderten Schiffen sowie dem Such- und Rettungsdienst mitgeteilt
werden.

(5) Der Schiffsführer oder sonst für die Sicherheit
Verantwortliche eines Schiffes ist erst von der Verpflichtung nach Absatz 1
sowie, wenn sein Schiff angefordert worden ist, von der Verpflichtung nach
Absatz 3 entbunden, wenn ihm von den in Seenot befindlichen Personen, vom Such-
und Rettungsdienst oder vom Schiffsführer eines anderen Schiffes, das diese
Personen erreicht hat, mitgeteilt wird, dass eine Hilfeleistung nicht mehr
erforderlich ist.

 

Die Unfallstelle ist zu sichern und es ist ausdrücklich genannt, dass
Beistand geleistet werden muss

 

Sind Schiffe zusammengestoßen, so haben die beteiligten
Schiffsführer oder sonst für die Sicherheit Verantwortlichen allen von dem
Unfall Betroffenen Beistand zu leisten, soweit sie dazu ohne erhebliche Gefahr
für ihr Schiff und die darauf befindlichen Personen im Stande sind.

Die Schiffsführer oder sonst für die Sicherheit Verantwortlichen
haben mit ihren Schiffen so lange beieinander zu bleiben, bis sie sich darüber
Gewissheit verschafft haben, dass weiterer Beistand nicht mehr erforderlich ist.
Setzen sie die Fahrt fort, so haben sie den anderen am Zusammenstoß beteiligten
Fahrzeugen

– ihren Namen und Anschrift sowie

– Namen,

– Unterscheidungssignal,

– Heimat-, Abgangs- und Bestimmungshafen ihres Schiffes
mitzuteilen.

Kann ein Schiffsführer oder sonst für die Sicherheit
Verantwortlicher der Verpflichtung  nicht nachkommen, so hat er dies unter
Angabe der Gründe in das Schiffstagebuch einzutragen, soweit er zur Führung
eines solchen verpflichtet ist. Der Schiffsführer oder sonst für die Sicherheit
Verantwortliche hat die Hafenverwaltung des nächsten Anlaufhafens davon zu
unterrichten, dass er seiner Verpflichtung nicht nachgekommen ist.

 

Schiffsunfallmeldepflicht

 

Der Schiffsführer eines Schiffes, das die Bundesflagge führt,
oder bei dessen Verhinderung ein anderes Besatzungsmitglied oder, sofern keine
dieser Personen dazu in der Lage ist, der Betreiber des Schiffes hat der
Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung unverzüglich jedes das Schiff betreffende
schaden- oder Gefahr verursachende Vorkommnis zu melden und möglichst folgende
Angaben zu übermitteln:

1. Name und derzeitiger Aufenthalt des Meldenden,

2. Ort (geographische Position) und Zeit des Unfalls,

3. Name, IMO-Schiffsidentifikationsnummer, Unterscheidungssignal
und Flagge des Schiffes sowie Rufnummer des zu diesem Schiff gehörenden mobilen
Seefunkdienstes (MMSI),

4. Typ, Verwendungszweck, Länge und Tiefgang des Schiffes,

5. Name des Betreibers des Schiffes,

6. Name des verantwortlichen Schiffsführers,

7. letzter Auslauf- und nächster Anlaufhafen des Schiffes,

8. Anzahl der Besatzungsmitglieder und weiteren Personen an
Bord,

9. Umfang des Personen- und Sachschadens,

10. Angaben über beförderte Güter,

11. Darstellung des Verlaufs des Vorkommnisses,

12. Angaben über andere Schiffe, die am Unfall beteiligt sind,

13. Wetterbedingungen,

14. Darstellung der Gefahr einer Meeresverschmutzung.

Als meldepflichtiges Vorkommnis gilt jedes Ereignis beim Betrieb
des Schiffes in der Seefahrt, wenn auf Grund des Betriebes

1. Eine Person tödlich oder schwer verletzt worden ist oder
vermisst wird oder die Besatzung erheblich gefährdet wird,

2. a) das Schiff einen Schaden durch Aufgrund laufen,
Zusammenstoß, Feuer, Wetter oder Explosion erlitten hat oder

b) Ausfälle in einem System aufgetreten sind, das für die
Stabilität oder sichere Fahrt unverzichtbar ist, und dadurch die sichere
Schiffsführung beeinträchtigt wird oder worden ist oder

3. eine erhebliche Gefährdung oder Schädigung der Meeresumwelt eingetreten
ist.

 

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