Sicherheitsausrüstung

“Die beste Sicherheitsausrüstung ist nutzlos, wenn man sie nicht richtig
anwenden kann.” Ein Zitat, welches häufig zutreffend ist.

Der Schiffsführer ist dafür verantwortlich, dass die Crew vernünftig
eingewiesen ist. Die Sicherheitseinweisung hat mit jedem Crewwechsel und mit
jedem neuen Crewmitglied zu erfolgen.

Sicherheitsrollen

Die Sicherheitsrolle oder station bill ist der Plan zur
Organisation der Sicherheit an Bord von Seeschiffen. Sie beinhaltet die Aufgaben
eines jeden Besatzungsmitgliedes an Bord von Seeschiffen und ist gegliedert
nach, Name, Aufgaben und in die einzelnen Gefahrensituationen. Jedes
Besatzungsmitglied hat dort eine zugeordnete Rolle in verschiedenen
Notsituationen.

Lichter und Signalkörper

Alle Lichter müssen vor der Fahrt kontrolliert und auf einwandfreie Funktion
geprüft werden. Der Ladezustand der Batterien ist zu überprüfen. Signalkörper
sind griffbereit zu verstauen. Flaggleinen müssen bereitgehalten werden.

Radarreflektor

Winkelreflektoren sind meist als Radarreflektor
eingesetzte Retroreflektoren für Mikrowellen.


Retroreflektor
Winkelreflektor

Winkelreflektoren erzeugen für Radargeräte ein besonders
starkes Echosignal (Radarecho)
und somit ein sicheres Zielzeichen (Target) auf dem Radarschirm
für Objekte, die ansonsten nur über eine sehr geringe effektive
Reflexionsfläche verfügen. Sie bestehen im Grundelement aus zwei
oder drei im Winkel von exakt 90° zueinander stehenden
elektrisch leitenden Flächen. Aus diesem Grundelement werden
verschiedene Formen von Winkelreflektoren konstruiert.
Winkelreflektoren reflektieren Funkwellen und
Mikrowellenstrahlung in genau die Richtung, aus der die
Quellstrahlung erfolgt, ohne dass sie wie ein Spiegel senkrecht
dazu ausgerichtet sein müssen (siehe Retroreflexion).

Winkelreflektoren haben geometrische Ausmaße
(Umfang) im Bereich von möglichst ganzzahligen
Vielfachen der Wellenlänge der
zurückzustrahlenden Frequenz. Wenn sich diese
Ausmaße im Bereich der Wellenlänge der Strahlung
befinden, dann wird die effektive
Rückstrahlfläche wesentlich durch das
Resonanzverhalten des Reflektors bestimmt. Der
Winkelreflektor empfängt die eintreffende
Strahlung und wirkt vergleichbar wie ein
passives oder parasitäres Antennenelement zum
Beispiel in einer Yagiantenne. Am
Winkelreflektor treten dann hochfrequente
Spannungen auf, welche wiederum die Ursache für
den Winkelreflektor als Strahler sind. Der
Winkelreflektor hat, wenn er in Resonanz ist,
auch dann bereits eine wesentlich größere
effektive Rückstrahlfläche, als seine
geometrische Größe es erwarten lässt. Je größer
die Ausmaße des Winkelreflektors im Verhältnis
zur Wellenlänge werden, umso geringer wird
dieser Einfluss der Resonanz (siehe Mie-Streuung).
Ab etwa dem Zehnfachen der Wellenlänge wird der
Einfluss der Resonanz vernachlässigbar klein. Ab
diesem Ausmaßen liegt eine Retroreflexion nach
rein optischen Gesetzen vor. Aus einem
Winkelreflektor wird somit ein Rückstrahler:
Eintreffende elektromagnetische Wellen werden
durch doppelte oder dreifache Reflexion in genau
die Richtung zurückgeworfen, aus der sie kommen.
Somit erlangen auch kleine Objekte mit geringer
Reflexionsfläche eine starke Reflexion zurück in
Richtung Strahlungsquelle, sie liefern ein sehr
viel stärkeres Radar-Echo als andere
reflektierende Körper und erscheinen auf dem
Radarschirm wesentlich heller.



Winkelreflektoren mit drei reflektierenden Flächen im
Winkel von 90° zueinander werden dort eingesetzt, wo
eine Retroreflexion in den dreidimensionalen Raum
notwendig ist. Diese triangularen Reflektoren
funktionieren wie das optische Analogon, der
Tripelspiegel.

Lenzanlagen

Als Lenzen bezeichnet man allgemein das Abpumpen von
Wasser aus einem Wasserfahrzeug.

Gelenzt wird bei Wasserfahrzeugen jenes Wasser,
das sich bei einem Leck oder auch beim normalen
Betrieb im unteren Teil eines Schiffsrumpfes,
der Bilge, sammelt.Auch das Ballastwasser von
großen Frachtschiffen, welches ihnen bei
Leerfahrten Stabilität gibt, wird gelenzt. Wegen
ökologischer Probleme durch in fremde Gewässer
eingeschleppte Organismen werden bis zur
Einführung von Filtermaßnahmen die Ballasttanks
meist in tiefen Gewässern auf See gelenzt und
mit Wasser von der offenen See wieder befüllt.Häufig kommt hierzu eine sog. Lenzpumpe
auch Bilgepumpe (Bilge) zum Einsatz, die
meist darauf optimiert ist, hohe Volumina Wasser
zu transportieren, und nicht darauf, besonders
hohe Drücke zu erzeugen.

Von einem selbstlenzendem Cockpit
spricht man bei Segelbooten, deren Cockpitboden
über der Wasseroberfläche liegt, und somit eine
einfache Öffnung nach außen reicht, um
Spritzwasser über Bord zu leiten. Bei modernen
Rennyachten ist man dazu übergegangen, das
gesamte Achterschiff zu öffnen, so können auch
große Mengen an Wasser, wie sie z. B. bei
Brechern eindringen können, schnell abgeleitet
werden. Bei größeren Yachten (z. B. solchen für
Hochseerennen) befindet sich am Heck daher nur
noch ein Abschluss in Form einer einfachen
Reling, um zu verhindern, dass jemand über Bord
gespült wird.

Technische Mittel zum Lenzen,
wie Lenzpumpen, können
ausfallen. Beispielsweise kann
die Ansaugöffnung verstopfen
oder die Stromversorgung
ausfallen. Für diese Fälle
sollen mindestens zwei Eimer mit
einer Leine am Henkel, auch als
Pütz bzw. Schlagpütz bezeichnet,
an Bord mitgeführt werden. Mit
einer derartigen Pütz können
effektiv größere Mengen Wasser
aus einem Schiff geschöpft
werden.In Sonderfällen z. B.
auf sehr kleinen Jollen wie dem
Jüngstensegelboot Optimist kommt
das bei Seglern auch bekannte
Ösfass zum Einsatz.

Ösfass

Feuerlöschmittel

Brandklasse Beschreibung Beispiele Löschmittel Hinweis
A Brände fester
Stoffe, hauptsächlich organischer Natur, die normalerweise unter
Glutbildung verbrennen.
Holz, Kohle, Papier, Textilien, Autoreifen,
einige Kunststoffe, Stroh
Wasser, wässrige Lösungen, Schaum, ABC-Pulver
B Brände von flüssigen
oder flüssig werdenden Stoffen.
Benzin, Alkohol, Teer, Wachs, viele
Kunststoffe, Ether, Lacke, Harz
Schaum, ABC-Pulver, BC-Pulver,
Kohlenstoffdioxid
Auch Stoffe, die durch die Temperaturerhöhung
flüssig werden
C Brände von Gasen.
Ethin
(Acetylen),
Wasserstoff, Erdgas, Methan, Propan, Butan, Stadtgas
ABC-Pulver, BC-Pulver, Kohlenstoffdioxid nur
in Ausnahmefällen (hierfür gibt es sehr selten speziell konstruierte
Sonderfeuerlöscher mit Gasstrahldüse), Gaszufuhr durch Abschiebern der
Leitung unterbinden
Brände von Gasen in der Regel erst dann
löschen, wenn die Gaszufuhr unterbunden werden kann, da sich sonst ein
explosionsfähiges Gas-Luft-Gemisch bilden kann
D Brände von Metallen. Aluminium, Magnesium, Natrium, Kalium, Lithium
und deren Legierung
Metallbrandpulver (D Pulver), trockener Sand,
trockenes Streu- oder Viehsalz, trockener Zement, Grauguss-Späne
Bei Bränden der Klasse D niemals Wasser
als Löschmittel verwenden
F Brände von
Speiseölen/-fetten (pflanzliche oder tierische Öle und Fette) in
Frittier- und Fettbackgeräten und anderen Kücheneinrichtungen und
-geräten.
Speiseöle und Speisefette Speziallöschmittel (zur Verseifung) Bei Bränden der Klasse F (Fettbrand)
niemals Wasser
als Löschmittel verwenden.
Abgeschafft wurde die Brandklasse E, die für Brände in
elektrischen Niederspannungs-Anlagen (bis 1000 Volt) vorgesehen
war, da alle heutigen Feuerlöscher in Niederspannungs-Anlagen
eingesetzt werden können, sofern der auf dem Feuerlöscher
aufgedruckte Sicherheitsabstand eingehalten wird.

Somit sind für die meisten Brände an Bord eines Schiffes sogenannte
Pulverlöscher der Brandklassen ABC am besten geeignet.

Löschpulver sind Gemenge sehr fein zerteilter fester
Chemikalien, die eine Verbrennung unterbinden. Die Unterbindung
geschieht entweder durch Erstickung (Brandklassen A+D) und/oder
Inhibition (Brandklasse B+C). Es werden drei Arten
differenziert:
Einsatz und Wirkung von
Löschpulvern
Bezeichnung Geeignet für Brandklasse Löschwirkung
ABC-Pulver A, B, C – alles (außer Fett
und Metallbrand)
Inhibition (Flammen),
Ersticken (Glut)
BC-Pulver B, C – Flüssigkeiten (außer
Fett) und Gase
Inhibition
D-Pulver D – Metallbrand Ersticken

Mindestlösung an Bord ist ein Feuerlöscher mit einem Löschvolumen von 2 kg.
Ein 2-kg-Löscher ist nach ca. 10 Sekunden Einsatzdauer leer. Deshalb ist der
Feuerlöscher mit Bedacht zu gebrauchen. Es ist stets zu versuchen, die
Brandquelle, also das brennende Material und nicht die Flammen mit dem Feuer
löschenden Material zu bedecken.

Die Broschüre “Sicherheit
im See- und Küstenbereich
” des Bundesamtes für Seeschifffahrt und
Hydrografie enthält im Kapitel “Brandbekämpfung” einen detaillierten Katalog von
Empfehlungen und Maßnahmen zur Brandbekämpfung.

Notfallschapp

Wenn es schnell gehen muss, findet man nichts, wem ist das nicht schon
passiert. In der Seefahrt können wir uns diese Zeit der Suche nicht leisten.
Bewährt hat sich ein Notfallschapp, in dem deutlich erkennbar, für alle
griffbereit und mit eiserner Rückräumpflicht folgende Utensilien aufbewahrt
werden:

Bordapotheke, Seenotsignale, Seenotfunkbake (EPIRB), SAR-Transponder,
tragbares UKW-Funkgerät, Schiffspapiere

Das Notfallschapp sollte möglichst in der Nähe des Niedergangs angebracht
sein, damit es auch bei Feuer oder Wassereinbruch noch erreichbar ist.

Bordapotheke:

Was in eine Bordapotheke gehört, richtet sich primär nach dem
Fahrtengebiet:
Im heimatlichen Revier, für kurze Reisen und wenn innerhalb kurzer Zeit
ärztliche Hilfe zu erwarten ist, genügt für die Erste Hilfe der Inhalt eines
Kraftfahrzeugverbandkastens.

Eine Schockdecke und ein starkes Schmerzmittel, anzuwenden bei schweren
Verletzungen, Knochenbrüchen, Verbrennungen oder Verbrühungen, sind eine
sinnvolle Ergänzung. Pflasterverbände für die kleinen Alltagsverletzungen sind
praktischerweise zusammen mit einer Schere in der Küchenschublade immer
griffbereit. Der Verbandskasten sollte für jedes Besatzungsmitglied zugängig
sein.

Im Küstenbereich, in dem zwar in absehbarer Zeit ärztliche Hilfe zu erwarten
ist, sollte man sich neben der Ersten Hilfe auch auf eine Behandlung akuter
Erkrankungen einstellen. Man überbrückt die Zeit, bis zur ärztlichen Versorgung
und erspart sich oft einen Gang zur Apotheke, wenn man in seiner Bordapotheke
die wichtigsten Medikamente hat.

Praktisch ist es, wenn der Hausarzt bei der Zusammenstellung hilft. Er kennt die
Familie, weiß um mögliche Allergien oder Arzneimittel- Unverträglichkeiten und
hilft bei der Beschaffung verschreibungspflichtiger Medikamente (z.B.
Antibiotika und stärkere Schmerzmittel). Wenn er nicht ausgerechnet um die
gleiche Zeit auch im Urlaub ist, kann er im Krankheitsfall telefonisch beraten.
Handy oder Küstenfunkstellen machen dies möglich. Möglicherweise kann er auch
mit Ärztemustern aushelfen, denn Medikamente für Reiseapotheken dürfen nicht auf
Kosten der Krankenkassen verschrieben werden.

Betäubungsmittel sind offiziell für die Apotheken auf Sportfahrzeugen verboten.
Besonders bei Reisen ins Ausland ist dies zu beachten. Die Bordapotheke sollte
unter der Kontrolle des Schiffsführers stehen und unzugänglich für Kinder
(Vergiftungsgefahr) oder nicht näher bekannter Personen (Missbrauch) sein.

Für längere Reisen im Seebereich, auf denen möglicherweise auch über Tage mit
keiner ärztlichen Hilfe gerechnet werden kann, ist das Mitführen von Material
zum Schienen von Knochenbrüchen sinnvoll, denn mit Hilfe von Bordmitteln
hergestellte Behelfsschienen garantieren selten eine einwandfreie Ruhigstellung.
Zu empfehlen sind aufblasbare Schienen oder formbare Kunststoffschienen.
Zusätzliche Mengen an Schmerzmitteln oder Antibiotika sollten mitgeführt werden,
wenn der Seetörn länger dauern sollte oder die Besatzungsstärke es ratsam
erscheinen lässt. Weitere Ergänzungen, wie z.B. chirurgische Bestecke oder
Infusionslösungen zur Bekämpfung von Schockzuständen, sind besonders dann
sinnvoll, wenn jemand aus der Besatzung sie auch handhaben kann.

Das Segeln in tropischen Gewässern erfordert weitere Medikamente, wie z.B.
Mittel zur Malariaprophylaxe. Zum Aufbewahren der Medikamente und der Mittel für
die Erste Hilfe eignen sich besonders Plastikbehälter mit Wandhalterungen, die
in unterschiedlichen Größen auf dem freien Markt angeboten werden. Sie sollten
wasserdicht und ausreichend groß sein und rostfreie Scharniere oder Verschlüsse
besitzen. Die folgende Aufstellung soll eine Empfehlung sein und einen Anhalt
dafür bieten, was zweckmäßigerweise in eine Bordapotheke für Reisen in unseren
Breiten gehören könnte. Sie ist abgestimmt auf eine vierwöchige Reise einer
vierköpfigen Crew. Mittel für die Erste Hilfe, die sich bereits im Verbandkasten
befinden, werden in dieser Liste nicht erneut aufgeführt. In der Aufstellung
sind die vorgeschlagenen Medikamente nach Krankheitsbildern (Indikationen)
geordnet. Die Medikamente sind mit ihren internationalen Kurznamen (Generic
names) aufgeführt, nicht mit den Präparatnamen. Diese Namen stehen auf dem
Beipackzettel (den man vor der Anwendung auch lesen sollte) und in der Regel
kleingedruckt auf der Packung unter dem Präparatnamen. Dies ist wichtig für
funkärztliche Beratungen, Ersatzbeschaffungen und im Ausland. Kinder benötigen
oft besondere Darreichungsformen, z.B. Zäpfchen und Säfte. Chronisch Kranke und
ältere Personen müssen ihre laufend benötigten Mittel in ausreichender Menge
mitbringen und nicht aus der Bordapotheke bedienen. Den Schiffsführer sollten
sie über evtl. Krankheiten informieren.

In der Liste sind für jedes Medikament zwei verschiedene Nummern angegeben: Die
Nummern in der ersten Spalte beziehen sich auf die Bordapotheke des Buches
“Medizin auf See”, erschienen im DSV-Verlag. Sie wurde von über 20 Autoren
unterschiedlicher Fachrichtungen zusammengestellt und deckt somit das wichtigste
Spektrum möglicher Krankheiten ab. Auf diese Nummern wird für die einzelnen
Krankheiten im Text des Buches hingewiesen. Die Nummern in der zweiten Spalte
beziehen sich auf die Apotheke, wie sie für die deutsche Handelsschifffahrt
entsprechend der “Verordnung über die Krankenfürsorge auf Kauffahrtenschiffen”
vorgeschrieben und deshalb sehr viel umfangreicher ist. Diese Nummern können bei
einer funkärztlichen Beratung wichtig sein, denn die Ärzte des
Stadtkrankenhauses Cuxhaven, Tel.: 04721-780, durch welche die Beratung erfolgt,
verwenden diese Apothekenaufstellung. Die Gegenüberstellung beider Nummern ist
für den Fall gedacht, wenn sich ein Sportbootfahrer funkärztlich beraten lassen
möchte oder ein Handelsschiff um Hilfe bittet. Die letzte Spalte ist offen, in
ihr kann eine eigene fortlaufende Nummerierung eingetragen werden.

Mit Hilfe einer Durchnummerierung lässt sich die Vollständigkeit der Apotheke
schnell kontrollieren. Auch kann man in ihr Verbrauch und Verfallsdatum
vermerken. Diese Nummer sollte mit einem dicken, wasserfesten Filzstift auf jede
Seite der Packung gut lesbar geschrieben werden: Man findet das Mittel schnell,
braucht sich keine Präparatnamen zu merken und kann die Apotheke leicht auf
Vollständigkeit kontrollieren. Eine Kopie dieser Liste sollte sich bei der
Apotheke befinden und bei funkärztlichen Beratungen griffbereit sein.

Notfallapotheke nach Dr. M. Kohfal

Lfd.Nr.

 

„Mediz.

 

Auf See

 

Berufs-

Schiff.

 

KrFüV.

 

 

Krankheiten

Und

 

Benötigte Medikamente

 

Medikamenten- vorschlag

 

Menge

 

(Tabl./Packg.)

 

Küste       See

Eigene Nr.

 

Verfall

 

Verbrauch

 

 

 

Erkrankung der Atmungsorgane

11Lösendes HustenmittelAmbroxol, Acetylcystein4010022Hustendämpfende MittelCodein204034AsthmatablettenTeophyllin40503.15Asthma-AerosolFenoterol1 Fl.1 Fl.3.26CorticoidhaltigesDosieraerosol1 Fl.1 Fl.

Erkrankungen von Herz und
Kreislauf

 

47HerzmuskelschwächeMetildigoxin 0.15010058HerzkranzgefäßverengungIsorbiddinitrat 20 mg20405.18aHerzanfall (Angina pectoris)Glyceroltrinitrat-Spray1 Fl.1 Fl.69zu hoher BlutdruckNifedipin 10 mg2020710zu niedriger BlutdruckNorfenefrin20207.110.1für stärkere HarnausscheidungFurosemid 40 mg2040

Erkrankungen der
Verdauungsorgane

 

812Übersäuerung des MagensAluminiumhydroxid20508.112.1Magengeschwüre Ranitidin20911Übelkeit, ErbrechenMetoclopramid20501016DurchfallLoperamid20501119VerstopfungBisacodyl1030

Erkrankungen der Blase und der
Nieren

 

1236HarnwegsinfekteCo-trimoxazol2040

Schmerzmittel

 

1322leichte Schmerzen, FieberAcetylsalicylsäure 500 mg20501423starke SchmerzenMetamizol-Na 50 mg20501524schwere SchmerzenTidin + Naloxon1030

Beruhigungs- und Schlafmittel

 

1627Pflanzliches BeruhigungsmittelPflanzenextrakte50501728stärkeres BeruhigungsmittelDiazepam 5 mg2050

Mittel gegen Allergien

 

1832leichte AllergieformenAntihistaminika20201933schwere AllergieformenCorticosteroide3030

Mittel gegen Seekrankheit

 

20.134Tabletten, DrageesDimenhydrinat204020.2 KaugummiDimenhydrinat102020.335ZäpfchenDimenhydrinat102020.4 PflasterScopolamin 1,51020

Antibiotika

21 bakterielle InfektionenCo-trimoxazol102022 desgleichenPenicillin 1 000 000 E122423 desgleichenTetracyclin 100 mg2040

Salben

2674Juckreiz, Allergie, SonnenbrandAntihistamin-Präparat1 Tube2 Tuben27 Herpes, VirusinfektionenAciclovirhaltiges Präparat1 Tube2 Tuben2876Hautpilz, FußpilzClotrimazolhaltige Creme1 Tube2 Tuben30.1 Blutergüsse, PrellungenHeparinhaltiges Präparat1 Tube2 Tuben30.280Schmerzen, RheumaDiclofenachaltiges Präparat1 Tube1 Tube

31.1

81

 

Augentropfen

 

Antibiotische Augentropfen

1 Fl.

2 Fl.

3386Ohrentropfen

 

Antibiotische Ohrentropfen1 Fl.1 Fl.3590

Nasentropfen in Einzelportionen

Oxymetazolin-Hcl 0,05 %ig30 St.60 St.35.188Mittel zum Gurgeln und Mundspülen

 

Hexetidin1 Fl.1 Fl.

Die Handhabung der Seenotsignale sollte Teil der allgemeinen
Sicherheitseinweisung sein. Zusätzlich sollten jedoch alle Mitsegler die
Gebrauchanweisung auf den einzelnen Stücken studieren, auch wenn der Einsatz
möglichst den in der Sicherheitsrolle eingeteilten Personen vorbehalten bleibt.
Natürlich gilt für den Einsatz ausschließlich die Anordnung durch den
Schiffsführer.

Die Funktion der Seenotfunkbake (Emergency Position Indicating Beacon – EPIRB)
findet auch im Notfallschapp ihren sicheren Aufbewahrungsort. Dort kann sie im
Seenotfall zusammen mit den Seenotmitteln, dem tragbaren Funkgerät und auch den
Schiffspapieren gegriffen werden, sollte man zum Ausstieg in ein Rettungsboot
gezwungen sein.

Bruch- und Leckwerkzeug

Das besondere Werkzeug für die Leckbekämpfung und für Bruch im Rigg gehört
eigentlich auch ins Notfallschapp, wenn es nicht zu schwer und zu sperrig ist.
Das Material einfach im Werkzeugkasten verschwinden zu lassen wäre töricht.
Diese Teile sollten wohl konserviert und funktionsklar in einem eigenen Kasten
griffbereit aufbewahrt werden. Zum Lecksicherungswerkzeug gehören verschieden
große Rundstopfen, Dichtungsmaterial wie aufblasbare Dichtungskissen und
Plastikbandagen, eine scharfe, kurzstielige Axt, Stichsäge, Stechbeitel und
Holzkeile. Für Bruch im Rigg wäre zusätzlich eine Niro schneidende Säge, einen
Wantenschneideapparat und Drahtseilbügelklemmen verschiedener Stärke.

persönliche Sicherheitsausrüstung

Für jede Person an Bord sollte
ein Sicherheitsgurt mit Sicherheitsleine nach DIN EN 1095
und eine Rettungsweste nach DIN EN 396 bzw. 399 vorhanden sein

Die Sicherheitsgurte
einschließlich ihrer Leinen sind so ausgelegt, dass sie ein hartes
Einrucken bei einem freien Fall in ihrer gesamten Länge aushalten.
Deshalb ist die Länge auf 2 Meter begrenzt und hat eine erforderliche
Reißfestigkeit von 2 Tonnen.

Sicherheitsleine
DIN EN 1095

Die Rettungsweste muss nach DIN EN
399  oder DIN EN 396 zugelassen sein.

Durch den hohen Auftrieb der 150- bis 275-Newton-Rettungsweste wird das Drehen in
die Rückenlage unterstützt. Sie gilt dann als ohnmachtssicher

EN
395 ist die Auftriebsklasse 100 N, geeignet für Binnengewässer und
geschützte Reviere.

EN 396 ist die Auftriebsklasse 150 N, geeignet für Hochsee, für Träger
von wetterfestem Ölzeug.

EN 399 ist die
Auftriebsklasse 275 N, geeignet

zusätzlich zu Kälteschutzanzügen nach SeeBG.

Im Rahmen der Sicherheitseinweisung an Bord muss die Crew die Rettungswesten
und die Lifebelts und Sicherheitsleinen über der Kleidung (auch Ölzeug)
anprobieren und anpassen.

BSH-Empfehlungen zu Rettungswesten:

* genügend Westen an Bord für alle Personen

* ohnmachtssicher

* griffbereit

* in passender Größe

* Einweisung in Handhabung

* anlegen bei schlechtem Wetter, bei unsichtigem Wetter, bei Manövern und
Arbeiten an Deck

* Kinder und Nichtschwimmer stets anlegen

* sorgfältig lagern

* Einsatzbereitschaft prüfen

Rettungsmittel für “Mensch-über-Bord”

Bei “Mensch-über-Bord” ist die beste Möglichkeit, die Stelle zu markieren,
das Schiff selber. Es ist dann möglichst schnell aufzustoppen oder das Schiff in
den Wind zu bringen. Ist die Fahrt gestoppt, können immer noch Rettungsmittel
ausgebracht werden.

Die Sicherheitsrichtlinien der Kreuzerabteilung empfehlen als
Standardausrüstung:

für geschützte Küstengewässer:

– einen ohnmachtsicheren Feststoffschwimmkörper, der, wenn er ausgebracht
ist, eine 20 m lange Schwimmleine zum besseren Auffinden im Wasser nachschleppt

für Fahrten außerhalb der Küstengewässer:

– zwei ohnmachtsichere Feststoffschwimmkörper, der eine wie oben mit 20 m
Schwimmleine, der andere mit einem Markierungsboje

für alle Fahrgebiete:

eine 15 m – 25 m lange schwimmfähige Wurfleine mit einem Wurfgewicht
ausrauschfähig verstaut und eine geeignete Bergeeinrichtung des über Bord
Gefallenen.

Rettungskragen und Markierungsboje sind so am Heckkorb zu befestigen, dass
man sie mit zwei Griffen entnehmen und über Bord werfen kann. In
Mensch-über-Bord-Situationen sollte sofort die Markierungsboje mit dem
angeleinten Rettungskragen über Bord gehen, um die Stelle zu markieren. Sollte
beim Rettungsmanöver die Yacht nicht direkt den über Bord gegangenen erreichen,
so kann die Wurfleine ausgebracht werden, die der zu rettende ergreifen kann.

Rettungsfloß

Jede Hochseeyacht muss mit
einem Rettungsfloß (gleichbedeutend einer Rettungsinsel) ausgerüstet
sein, das die gesamte Besatzung aufnehmen kann. Es muss an Deck oder in
einem Stauraum, der vom Arbeitsdeck aus erreichbar ist gelagert werden.
Es muss innerhalb von 15 Sekunden an die Reling zu schaffen sein.

Für die Rettungsflöße nennen die Sicherheitsrichtlinien der Kreuzerabteilung
folgende Standards für Bau und Ausrüstung:

– Das Floß muss im Behälter oder in der Tasche verstaut und schwimmfähig sein

– es darf im Seegang nicht kentern

– es muss ein Dach haben, das die Insassen vor den Naturgewalten schützt

– es muss von einer Person aus der Kopfüberlage aufrichtbar sein.

– es muss vor dem Eingang eine Einstieghilfe haben

– es muss mit separaten Luftkammern ausgerüstet sein, von denen alleine die
Hälfte notfalls  ausreichen müssen

– es muss einen Wärme isolierenden Boden haben

Standardausrüstung:

– schwimmender Rettungswurfring an 30 m Schwimmleine

– Sicherheitsmesser, Taschenlampe, Ösfass, 2 Schwämme

– 2 Paddel

– um 90° von der Einstiegsseite versetzter Treibanker

– Flickzeug, Blasebalg

– 3 rote Handfackeln

– Tabletten gegen Seekrankheit (6 pro Person)

– Anweisung für das Überleben auf dem Rettungsfloß

Zusätzlich wird zur Standardausrüstung empfohlen, eine Nottasche mit
folgendem Inhalt zu packen:

– zweiter Treibanker mit Leine

– nicht Durst erregende Lebensmittelrationen, 2 Sicherheitsdosenöffner

– Frischwasser (wenigstens 0,4 l pro Person), ein Trinkbecher mit Messeinheit

– Erste-Hilfe-Kasten

– alle verbliebenen Seenotsignale

– Tagessignalspiegel, Signalpfeife

– Nylongarn und Plastiktüten

– tragbares Sprechfunkgerät, Mobiltelefone, EPIRB, SAR-Transponder

– Logbuch, Schiffspapiere

Bei der Sicherheitseinweisung wird die Vorbereitung zum Ausbooten und
schließlich das Ausbringen des Rettungsfloßes erläutert. Sicherheitsrollen
werden eingeteilt. Die wichtigsten Anweisungen umfassen Folgendes:

– Das Ausbooten und auch dessen Vorbereitung erfolgen ausschließlich auf
Anweisung des Schiffsführers. “Panikmache” hat zu unterbleiben. Zu frühes oder
unnötiges Verlassen der Yacht hatte in vielen Fällen Todesfolge. Im Prinzip gibt
es nur zwei Gründe zum Verlassen des Schiffs: Feuer und Sinken des Fahrzeuges.

– Als Vorbereitung zum Ausbooten sind 3 Aufgaben (Notrollen) zu leisten: Die
Position ist festzustellen und von einer 2. geeigneten Person zu überprüfen. Die
Notmeldung ist abzusetzen. Ferner ist die Nottasche zu packen und schließlich
ist das Rettungsfloß an die Reling zu wuchten. Die Verknotung ihrer Sorg- und
Auslöseleine ist zu überprüfen.

– Vor dem Aussteigen ziehen sich alle Personen warm an. Unterzeug, Ölzeug,
Sicherheitsgurt, Rettungsweste. Jeder nimmt neben seinen persönlichen Dingen
Nachtsignallampen, Signalstift und Takelmesser mit.

– Auf Anordnung wird das Rettungsfloß an Lee über Bord gebracht und kräftig
an der Sorgleine gerissen, bis sich der Behälter öffnet. In Luv befände sich die
Gefahr, dass das Rettungsfloß an die Bordwand gedrückt und beschädigt wird.
Sollte das Floß Kiel oben liegen, muss jemand angeleint ins Wasser und das Floß
aufrichten.

 

Ein gekentertes Floß muss von 1 Person wieder aufgerichtet werden können.

 

Pfeile weisen den Weg zur Treibgasflasche, Füße auf die
Treibgasflasche, Treibgasflasche nach Lee drehen, Rücken und Arme durchstrecken,
aufrichten nur mit Hilfe der Schwerpunktverlagerung , beim Aufrichten
nachgreifen. In Rückenlage unter dem aufgerichteten Floß heraus schwimmen.

Zum Übersteigen lässt man sich (immer angeleint) bäuchlinks auf
das Dach fallen. und krabbelt in die Öffnung. Man sollte möglichst versuchen,
trocken zu bleiben. In der Insel löst man seine Sorgleine zur Yacht, die dann
der nächste nutzt.

Nach dem übersteigen wird die Sorgleine des Rettungsfloßes zur
Yacht gekappt. Sollte das nicht rechtzeitig vor dem Sinken der Yacht geschehen,
trennt eine Sollbruchstelle von selbst. Es besteht keine Gefahr, dass die
Sorgleine ein Loch in den Auftriebskörper reißt.

 

weiter